Der erste Monat des Lebens
Hallo August. Meine Englischlehrerin in der Schule sagte, der Ernst des Lebens beginne nach der Matura. Der Rechtsgeschichteprofessor rülpste (metaphorisch geschrieben), ich ging. Der Wirtschaftsinformatikprofessor hat sich verrechnet. Dann war sie vorbei, die Ausbildung. Und das soll der wahre Ernst des Lebens sein? Dieses Jetzt?
Na gut. Der Juli war buchloser Monat. Trotzdem viel gelernt. Noch mehr passiert. Ein paar Auszüge daraus. Von Anfang – ein etwas abstruser Abend, eine mehr als gelungene Party mit ganz vielen lieben Menschen inklusive (Alles Gute nochmal, Hannes!) – bis gestern.

Dann war die neue Kamera da. Und ich umflog Gondeln und durch Nächte. Es gab auch Technomusik und später Sauna. Es sollte noch besser werden.
Denn dann kam Carola. Der Nachmittag wurde Abend wurde Nacht und zu Bildern auf Papier. Es wurde auch ein wenig gelacht. Irgendwann werde ich dann auch mein Portfolio wieder update. Danke, Carola. Aber es sollte noch besser werden.
Denn dann kam Mike Patton. Und sprang an meinem Kopf vorbei. Später ins Schlagzeug. Dazwischen hat er gesungen, geschrien, geschimpft. Alles auf höchstem Niveau.
Dann kam dieses schöne Paar und der Alkohol. Glückseligkeit ist ein Taschenmesser, egal ob stumpf oder scharf oder beides.
Nordslowenien, da wo die Sonne am tiefsten steht, wurde für ein paar wenige Stunden heimgesucht. Punktelos verlassen zwar, aber mit der Gewissheit, meinen Part erledigt zuhaben. Ich war zufrieden. Ich bin zufrieden. Damit.
Aber es sollte noch besser werden. Denn dann kam Jónsi auf Besuch. Meine Eltern waren auch da, die hatte ich eingeladen. Es hat ihnen gefallen. Das war nicht zu erwarten. Und schön. Am nächsten Tag, es war Sonntag, rief die Tiroler Tageszeitung bei mir an. Es war gerade Mittagspause.
Denn ich war ja eigentlich in einem Fotostudio. Eingehüllt in dust and dirt. Mit Musikern, deren Name in keinerlei Zusammenhang mit der untergegangenen Sonne steht. Einem Ziel. Und Kreuzschmerzen.
Die waren weg, als mir Selim Imamoglu von seinen Erlebnissen bei der U19-EM erzählt hat. Meine persönliche Meinung über Verantwortungsträger hat sich auch seitdem nicht wirklich geändert. Und er ist einer von den Guten. Nicht nur am Feld.
Dann war der Monat schon fast wieder vorbei. Geschätzte 250 Arbeitsstunden später. Zeit für Essen. Zeit für Wiese. Zeit für Luft. Zeit für Zeit. Was der August wohl bringen mag? Ich weiß es nicht so genau. Nur wie er beginnt. In the woods.
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August 01 2010 | life and photography and stories | | No Comments »
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